Weiter geht es in Richtung großes Streckenkreuz. Es handelt sich um eine Gangscharung des
Dorotheaflachen, des Dorothesmorgenganges sowie weiterer unbenannter Gänge.
In dieser Gangscharung muß in alter Zeit viel Silbererz abgebaut worden sein, denn die
vorhandene Aushöhlung läßt auf gewaltige Abbaue schließen.
Aus uns zugänglichen Grubenberichten geht hervor, daß man 1760 (8) wohl begonnen und und
in der vorletzten Bergbauperiode (1853 - 1870) weiterführend das damals offensichtlich
stark verfallene Streckenkreuz in der jetzt vorzufindenen Form aufgewältigt hat.
Mit dem Einbau eines Bruchsteingewölbes wurde schließlich eine dauerhafte Verwahrung
erreicht. Der Ausbau des Gewölbes muß sehr kompliziert gewesen sein; deshalb soll der
Bau mehrere Jahre in Anspruch genommen haben (in einer Veröffentlichung spricht man sogar
von 10 Jahren).
Der sich uns bietende Anblick zeigt, daß wir von unseren Vorvoralten nur mit Hochachtung
sprechen können, was diese hier unter sehr schwierigen Bedingungen geleistet haben. Wenn
man bedenkt, daß ein einziger Bruchstein über einen Zentner wiegt und diese insgesamt in
der Grube zu schaffen waren, bedarf es unbedingt einer Würdigung der Arbeitsleistung der
Bergleute (Grubenmaurer) dieser Zeit.
Außgemeißelte Gequäle, Entfernungsangaben und Jahreszahlen vervollständigen das Bild.
An der rechten Seite des Dorotheamorgenganges befindet sich die Jahreszahl 1760 (68); in
unmittelbarer Entfernung die Entfernungsangabe 177 Lachter eingemeißelt.
Von hier aus geht es in Richtung Himmlisch Heer. Viele Streckenabschnitte sind durch
eingebautes Ziegelgewölbe aus der vorletzten Betriebsperiode (1853 - 70) dauerhaft
verwahrt worden und dadurch uns erhalten geblieben.
Es soll an dieser Stelle einmal daran erinnert werden, daß dieser kostenintensive Ausbau
der Gewerkschaft viele finanzielle Mittel abverlangt hat. Die daraus resultierenden hohen
Betriebskosten führten zu ständigen Reibereien zwischen Grubenvorstand und Gewerken und
waren ein wesentlicher Grund für die Stillegung der Grube 1870.
Zwischen den großen Streckenkreuz und dem Himmlisch Heer Stehenden befinden sich die
Dorotheafundgrube, ein ehemals tonnlägiger Tagesschacht, welcher sich auch unter
Dorotheastollenniveau fortsetzte. Interessant sind die eingemeißelten
"Großgequäle" sowie die Hornstatt zum Bedienen der Haspel. Rechts geht es in
das ehemalige Sprengstofflager der Wismut. Ein Raum davon ist für untertägige
Veranstaltungen wie Mettenschichten, Weihnachtsfeiern, Vereinszusammenkünften u.
sonstigen Vergnügungen ausgebaut. In den folgenden Nebenräumen kann Bergbautechnik aus
alter und neuer Zeit hautnah erlebt werden.
|